Entscheidung im Siebenmeter-Krimi

DHfK-A-Jugend gewinnt nach packendem Finale gegen Magdeburg den renommierten Sauerland-Cup

Glücksmomente: Nach 2014 und 2015 hat der SC DHfK Leipzig zum dritten Mal den renommierten Sauerland-Cup gewonnen, zuvor bereits 2013 als Handball-Akademie Leipzig/Delitzsch. Foto: Steve Löser

Hochkarätig besetzt, liebevoll organisiert, hervorragend besucht: Mit Fug und Recht wird der Sauerland-Cup im westfälischen Menden als Deutschlands bestes Nachwuchsturnier bezeichnet. Rund 80 Spitzenteams der weiblichen und männlichen A- und B-Jugend nutzten auch in diesem Jahr das Turnier am ersten Januar-Wochenende zur eigenen Standortbestimmung. "Für uns ist es wichtig, auch mal auf Erstligisten aus anderen Staffeln zu treffen", bestätigte DHfK-Coach Enrico Henoch, dessen Mannschaft es gleich in der Vorrunde mit dem Bergischen HC, der HSG Herdecke/Ende (beide Bundesliga-Staffel West), dem VfL Bad Schwartau (Staffel Nord) sowie der JSG Unna Massen zu tun bekam. 

Der Auftakt am frühen Morgen gegen Bad Schwartau, den späteren Turnierdritten, ging allerdings gründlich daneben. Die Leipziger Abwehr befand sich noch im Tiefschlaf, die Torleute bekamen keinen Ball zu fassen, die 16:19-Pleite war geradezu folgerichtig. "Besser, das erste Spiel verlieren, als das letzte, das Finale", blieb DHfK-Rückraumkanone Timo Löser dennoch optimistisch. Wer am Ende den Pokal in die Höhe recken wollte, musste allerdings an zwei Tagen acht Partien a 27 Minuten erfolgreich gestalten. Und wer das erste Spiel verloren hatte, der durfte sich keinen weiteren Ausrutscher leisten. Was den Leipzigern fortan gelang: Nach Siegen über Unna (19:10), Herdecke/Ende (15:11) und den Bergischen HC (18:13) fand der amtierende deutsche Meister immer besser ins Turnier und zeigte am zweiten Wettkampftag sein wahres Leistungsvermögen. Erst fegten die Henoch-Schützlinge den TV Emsdetten mit 19:4 aus der Halle, danach warfen sie den TV Großwallstadt mit 12:11 aus dem Wettbewerb und bezwangen im Halbfinale auch noch den VfL Gummersbach souverän mit 15:10. Für die größte Schrecksekunde sorgte lediglich eine explodierende Hallenlampe, was zu einer längeren Spielunterbrechung führte, die Leipziger aber nicht vom Finalkurs abbrachte. 

Im Endspiel trafen die DHfK-Junioren schließlich vor mehr als 1000 Zuschauern in der Mendener Kreissporthalle auf den SC Magdeburg, ihren Finalgegner um die deutsche Meisterschaft von 2016. Auch diese Partie hätten die Leipziger schon früh für sich entscheiden können, wären sie nicht ein ums andere Mal an Magdeburgs Torhüter Lukas Diedrich gescheitert, der schließlich auch als bester Spieler seiner Altersklasse geehrt wurde. So stand es nach der regulären Spielzeit 11:11-Unentschieden, musste ein Siebenmeter-Werfen die Entscheidung bringen. Was nichts für schwache Nerven ist: Magdeburg beginnt und trifft. Oskar Emanuel, Leipzigs sicherer Strafwurfschütze vom Dienst, will seinen Mannschaftskameraden gleich mit dem ersten Treffer die nötige Ruhe und Zuversicht geben. Doch wieder ist Magdeburgs Lukas Diedrich zur Stelle und die Elbestädter bleiben in Front. Danach verwandelt Mannschaftskapitän Marc Esche eiskalt, hämmern Timo Löser und Jonas Leubner das Runde schnörkellos ins Eckige, schlägt die große Stunde von Torhüter Jacob Badstübner. Zwei Magdeburger Bälle wehrt er ab, es steht somit 3:3, und Leipzig stellt den letzten Schützen. Oliver Seidler, gerade mit viel Selbstvertrauen von der Jugend-Nationalmannschaft zurückgekehrt, übernimmt die Verantwortung, jagt die Kugel in die Maschen und taucht danach in eine Jubeltraube. 15:14 gewinnen die Leipziger gegen den Dauerrivalen aus Magdeburg - und Coach Enrico Henoch kann der Jugend-Bundesliga-Rückrunde in der Staffel Ost zuversichtlich entgegensehen: "Wir haben uns während des Turniers kontinuierlich gesteigert und trotz des miserablen Auftakts immer an den Erfolg geglaubt. Die Jungs können zu Recht stolz sein."

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Erstellt von ts